Allgemein,  Mein PD,  Sport

Meine Reise mit Parkinson

Mein aktives und erfülltes Leben

Als ich Ende 2018 die Diagnose Parkinson erhielt, war das ein Schock. Die Vorstellung, dass mein Leben durch die Krankheit massiv eingeschränkt werden könnte, lag wie ein schwerer Schatten über mir. Doch heute, sechs Jahre später, kann ich sagen: der Fortschritt der Krankheit ist langsamer als erwartet. Man könnte fast schon sagen stagniert. Wie ich das geschafft habe weiss ich nicht genau. Ich bin allerdings überzeugt, dass mein aktiver Lebensstil einen grossen Beitrag dazu leiste.

«Wir geben alles, nur nicht auf!».

Die Leiterin einer Selbsthilfegruppe hatte mir vor einigen Jahren eine Karte zu Weihnachten geschrieben mit einem Zitat, dass mich seither immer begleitet: «Wir geben alles, nur nicht auf!»:

Einer der wichtigsten Pfeiler meiner Strategie ist Bewegung. Obwohl Sport schon immer ein Teil meines Lebens war, habe ich ihn mit einem Trick in meinen Alltag integriert. Jede Woche gebe ich einen Tabata-Kurs – ein intensives Intervalltraining, das nicht nur meine Muskeln, sondern auch meinen Geist fordert. Die Freude, mit anderen Menschen zu trainieren und meine Leidenschaft weiterzugeben, gibt mir Energie und Motivation. Die Vorteile für mich sind:

  • Ich muss mich auf die Lekdtion vorbereiten und trainiere deshalb auch zu Hause
  • Ich muss in die Lektion, denn ich lasse meine Teilnehmerinnen nicht im Stich
  • Ich halte mein Gehirn fit, weil ich gleichzeitig spreche und Arme und Beine bewegen muss.
  • Die Übungen passen auch zu mir, weil ich sie selber zusammenstellen kann.
  • Das Vorzeigen puscht mich, dass ich die Übung korrekt mache

Sport ist für mich weit mehr als nur körperliche Betätigung. Er ist meine Medizin, meine Therapie und mein Anker in einer Zeit, in der Ungewissheit manchmal übermächtig erscheint. Studien zeigen, dass Bewegung die Symptome von Parkinson lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Ich bin ein lebender Beweis dafür.

Mentale Aktivität: Geist in Bewegung halten

Neben der körperlichen Aktivität ist es für mich ebenso wichtig, meinen Geist aktiv zu halten. Seit 2022 bin ich stolze Inhaberin einer GmbH – ein Schritt, der nicht nur Mut, sondern auch Durchhaltevermögen erfordert hat. In diesem Jahr, 2025, darf ich zwei langfristige Projekte durchführen, auf die ich besonders stolz bin. Diese Projekte sind nicht nur berufliche Herausforderungen, sondern auch persönliche Meilensteine, die mir Sinn und Struktur geben.

Die Arbeit an meinen Projekten fordert mich intellektuell und kreativ. Sie hält mich fokussiert und gibt mir das Gefühl, einen Beitrag zu leisten. Trotz der Krankheit habe ich gelernt, dass ich immer noch meine Träume verfolgen kann.

Dranbleiben: Der Weg ist das Ziel

Es hat drei Jahre gedauert, bis ich die Früchte meiner Anstrengungen wirklich sehen konnte. Drei Jahre voller Disziplin, kleiner Fortschritte und Rückschlägen. Doch heute sehe ich, wie sich der Einsatz gelohnt hat. Mein Zustand ist stabil, und ich kann weiterhin ein aktives, erfülltes Leben führen.

Mein Fazit: Es ist möglich, Parkinson die Stirn zu bieten. Aktiv zu bleiben – körperlich, geistig und emotional – ist mein Schlüssel zu einem guten Leben mit der Diagnose. Ich lasse mich nicht von negativen Gedanken lähmen und setze alles daran, meine Träume weiter zu verfolgen. Deshalb gebe ich alle, nur nicht auf!.

Kommentare deaktiviert für Meine Reise mit Parkinson